Dima´s neue, hoffnungsvolle Zukunft
![]() Dima mit seiner Mutter in Ufa Feb. 1996
Beim Aufenthalt zur Gedenkstätteneinweihung: von links, Viktor Petschalin aus dem Freundeskreis, Valodja Savtschuk, Vater der Frau und zwei Kinder verlor, sein Sohn war in der selben Schule wie Dima. Valodja hatte uns ganz zu Anfang auf Dimas Schicksal aufmerksam gemacht, und Dima Bagin.
Die Ankunft am 6.9.03
Bild: Weihnachtsfeier Freundeskreis
am 10.12.03 |
Dima in seinem Zimmer mit seiner neuen Familie am Bodensee. Dimitrii Alexandrowitsch Bagin geb. 29.10.1990 hat bei dem Flugzeugunglück vom 1.7.2002 seine Mutter
verloren, seinen Vater lernte er nie kennen. Seine Großmutter, bei der er dann
lebte, starb am 28.1.03. Er lebte daraufhin in der Familie des Bruders seiner
Mutter. Dessen Frau wurde das Sorgerecht für Dima übertragen. Er hat sonnst
nur noch entfernte Verwandte. Da diese Familie sehr arm ist und ihnen die
Bildung für diesen begabten Jungen die wichtigste Aufgabe ist, baten sie unseren
Freundeskreis um
Hilfe. In Russland könnten sie ihn nur, weit entfernt von Ufa in eine
Kadettenschule geben, hart und mit militärischem Drill, eine Laufbahn in der
Armee vorzeichnend, die sie und Dima nicht wollen.
Juni 04: "Dima,
eine Geschichte, die das Leben schreibt, nur zugerne aufgegriffen von
allerlei Medien, sinnvoll aber auch inzwischen unsinnig weitergesagt, fast
schon ein Begriff... Dima, ein Junge, mitten in seiner Pubertät, hin
und hergerissen auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Auf der
vorsichtigen Suche nach neuen Menschen in einem fremden Land in einer
fremden Welt. Nach einer unruhigen, für alle Beteiligten nicht einfachen
Anfangszeit, die bis Ende letzten Jahres andauerte, hat das Kind wohl zu
einer Antwort gefunden, die sein weiteres Dasein prägen sollte: „ Ja, ich
möchte in Deutschland bleiben, für lange und länger!“ Was hat Dima
gefunden? Er hat sein neues Zuhause, er hat eine bereits bestehende
Familie noch kompletter gemacht, sein Platz ist etabliert inmitten seiner
„Halb-Brüder“ David und Aljoscha. Selbstbewusst übernimmt er seine Rechte
und Pflichten, um letztere wird manchmal gefeilscht, wie in jeder Familie!
Trotz vieler ungewöhnlicher Situationen ist Dima ein ganz normaler Junge
geworden, der bislang nur wohlwollende Menschen kennengelernt hat. Sein
Umfeld hat maßgeblich dazu beigetragen. So konnte er relativ unbehelligt
sein neues Leben hier beginnen, behütet in unserem überschaubaren Dorf,
auch sehr gut untergebracht im College Salem in Hohenfels. Dort konnte er
sein Deutsch so gut ausbauen, dass er nun fit ist für eine staatliche
Schule. Im April diesen Jahres konnte ein runder Tisch abgehalten werden,
an welchem die Zukunft des Jungen besprochen wurde. Dabei waren auch die
Tante ( Vormund des Kindes ) aus Russland, sein Rechtsanwalt aus Berlin,
eine Vertreterin vom Jugendamt Friedrichshafen, der Vorstand vom
Freundeskreis und wir als Gasteltern, jetzt Pflegeeltern. Aus
verschiedenen berechtigten Gründen ist man einstimmig zur Erkenntnis
gekommen, dass Dima die Schule wechseln sollte. Ein wichtiger Aspekt war
z.B. einer sprachlichen Überforderung vorzubeugen, denn in Hohenfels wäre
eine zusätzliche Fremdsprache hinzugekommen. Um jetzt seiner beruflichen
Idee - Dima will nämlich Pilot werden - vorzugreifen, muss er für die
Ausbildung bei der Lufthansa ein Fachabitur eines Technischen Gymnasiums
mitbringen. Mit dem nun eingeschlagenen Schulweg sind die Voraussetzungen
dazu geschaffen. Es war nicht einfach dieses „Unternehmen Dima". So musste
für diesen Schulwechsel das Okay vom Regierungspräsidium eingeholt werden.
Eine von inzwischen mehreren Begebenheiten ( manche nennen es Zufall,
manche nennen es „Kismet“ ), die durch bestens passende Zusammenhänge ,
auf die ich nicht näher eingehen möchte, dieses Okay zutage gefördert
haben. Es war wiederum eine spannende Zeit, bei Nichterfolg hätte im
schlimmsten Fall der Junge zurück nach Russland gehen müssen. Undenkbar!!!
So bekamen wir in dieser unsicheren Lage das Angebot von Stern TV. Jeder
kennt ihn: Günther Jauch, er hat uns seine persönliche Unterstützung
zugesagt - im Falle eines negativen Bescheids. Dima, nicht nur ein Wort,
nicht nur ein Name, eine Geschichte, die sich selbst schreibt.
Aufgegriffen von vielen Medien wie eben beschrieben, manchmal sinnvoll,
wie beispielsweise auch in Form von Spendenaufrufen in seriösen
Printmedien, bevor der Junge nach Deutschland kommen konnte, manchmal aber
auch lästig und unsinnig, wie in der so genannten Yellow-Press. So werden
wir mit Günther Jauch das Thema Medien abschließen. Danach müssen die Töne
um Dima wieder leise werden. Dima wird hier ein „ganz normales“ Leben
führen, „ganz normale“ Freundschaften schließen, „ganz normal“ erwachsen
werden dürfen und ganz in Ruhe noch Kind sein dürfen... In
diesem Sinne Ihre Dorothea Martin
"
April 04: Die Tante und der Vormund von Dimitri Bagin, dem durch das
Flugzeugunglück zum Waisen gewordenen 13 jährigen Jungen, der jetzt in
Owingen-Hohenbodman bei Familie Martin wohnt, konnte über Ostern eine
Woche bei Martins verbringen. Gemeinsam mit dem Anwalt der Tante und durch
Mithilfe des Kreisjugendamtes konnte nun eine Pflegevereinbarung getroffen
werden, welche die rechtliche Situation der Pflegefamilie Martin klärte.
Als Polizist erhielt Reinhard Martin durch das Regierungspräsidium eine
Ehrung für sein menschliches Engagement. Herr Wicker, Regierungspräsident,
sprach eine Zusicherung aus, daß Dima eine Sonderaufenthaltsrecht aus
humanitären Gründen zugesprochen wird. Dank der großen Anteilnahme von vielen Menschen durch Spenden und
Bürgschaften konnten wir Dima einladen, sodass er zum Schulbeginn am
10.9.03 hier sein kann. Das dies gelang war der Schule und uns auch für
Dima wichtig. Nach Rücksprache und Bitte an alle Beteiligten in der
Entschädigungsfrage waren es nur die Anwälte
der Hinterbliebenen die durch Bürgschaften Dima unterstützten. Die
deutsche Botschaft stellte kostenlos ein Visum aus und so kam Dima
Dima lebt nun am
Bodensee, in seiner neuen Familie und besucht die 6. Klasse der
Schule Schloss Salem
in Hohenfels.
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Zum Schulbeginn in Hohenfels der Unterstufe der
Schule Schloss Salem am
Mittwoch 10.9.03 ist alles gerichtet. Dima muss nun erst einmal Deutsch
lernen. Das war der Hauptgrund weshalb Dima die Schule Schloss Salem besucht,
denn hier hat man viel Erfahrung und die Möglichkeit eines solchen
Intensivunterrichtes. Es war auch die einzig praktikable Lösung hier im Umkreis.
Die Mutter Dimas hatte selbst noch über ihre Pensionsmöglichkeit hinaus
gearbeitet um ihrem Jungen eine so gut als ihr irgend mögliche Ausbildung
zu gewähren, die Bildung lag Ihr immer sehr am Herzen. Mit der Schule Schloss
Salem konnten wir auch diesem Willen nachkommen. Dima hatte bereits seit 5 Jahre englisch Unterricht. In der Gastfamilie und der Schule muss er nun erst einmal damit zurecht kommen. Am Englisch, Kunst, Sport Unterricht wird er in seiner Klasse teilnehmen, die anderen Fächer werden in den Einzel, bzw. Kleingruppenunterricht in Deutsch integriert. Etwa ein Jahr wird er diesen Unterricht benötigen. Hier an der Schule ist auch die Möglichkeit einer schulpsychologischen Betreuung gegeben, falls er dies bedarf. Russisch wird er auch sprechen können mit ein paar Mitschülern, eine davon hatte ihn gleich am ersten Besuch durch die Schule geführt. Als Externer Schüler ist er von 7:30 bis ca.18 Uhr in der Schule und die übrige Zeit in der Familie, ebenso in den Ferien. Dima selbst hatte den Wunsch geäußert in einer Familie zu leben und das schien uns auch erst einmal das Beste in seiner Situation. |
![]() Beim 1. Vorstellungsgespräch am 4.7.03 in Salem/Hohenfels. Von Links: Tatjana Bagina, Dimas Vormund, Nadja Dolmetscherin Freundeskreis, Dima und Frau Halbauer Leiterin der Unterstufe. |
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![]() An Dorfbrunnen von Hohenbodmann/Owingen
Vor einer der ältesten Linden in Deutschland |
Dima
lebt nun in einem kleinen sehr schön gelegenen Örtchen in
Hohenbodmann/Owingen
ca. 10 Kilometer im Hinterland von Überlingen und dem Bodensee.
In seinem neuen Zuhause angekommen wurde er von seinen neuen Brüdern, Aljoscha 14 und David 16 in Empfang genommen, sie zeigten ihm erst einmal sein Zimmer und das ganze Haus. Dann ging es auch gleich mit anderen Jugendlichen den Ort erkunden, zum Dorfbrunnen und natürlich auch zur ältesten Linde Deutschlands die gerade auch hier mitten im Dorf steht. Dima freut sich sehr nun hier sein zu dürfen, er dankt allen Spendern und Bürgen herzlich dafür, dass er diese Chance bekam! Mit seinen neuen Brüdern scheint er sich sehr gut zu verstehen, gleich ist er auch unter den anderen Jugendlichen im Dorf. David hatte für die Mittlerereife das Buch von Siegfried Lenz "Arnes Nachlass" durchgearbeitet. Die ganze Familie hat es nun gelesen, denn darin geht es um einen 12 jährigen Jungen, der Vollwaise geworden war und in eine Familie kommt. Mit allem Kummer, allem Glück, das die Geschichte mit sich bringt. Das Buch hat kein gutes Ende, doch hier sind alle nun fest entschlossen: für Dima wird es anders laufen. Vor einem Jahr hatte die Familie von Ihrem Haus aus das Unglück beobachtet, Reinhard der Gastvater war auch gleich am Unglücksort. Als Kriminalbeamter war er im Einsatz und musste Dima´s Mutter bergen. Beim Jahrestag führte Ihn das zu der Begegnung mit Dima und seiner Tante. Wie allen Hinterbliebenen wurde auch Ihnen der Fundort gezeigt, ein sehr wichtiger Gang für die Verarbeitung der Trauer über die so plötzlich aus dem Leben gerissenen. Das Mitgefühl verband den Polizeibeamten mit dem Jungen und so war es für uns das Naheliegenste ihn zu fragen ob seine Familie den Jungen aufnehmen würde. Sie stimmten zu. Dorothea, Dimas neue "Mutter" mit voller Zuversicht von Anfang an, freut sich sehr wie gut ihre Söhne Dima bereits aufnahmen. Das er auch in der Muttersprache weiterhin kommunizieren kann, dazu sind einige von unserem Freundeskreis bereit ihn zu begleiten, ebenfalls wie zwei Schüler aus Ufa, die in Salem ein Stipendium für die 12. und 13. Klasse erhielten und Dima aus Ufa bereits hier her begleiteten. |
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Wir haben ausführlich mit Dima und seiner Sorgeberechtigten Tante Tatjana Bagina, sowie weiteren Bekannten seit Januar 2003 als wir von Dimas Schicksal erfuhren und die Bitte an uns gerichtet wurde ob Dima hier in Deutschland eine Schule besuchen könnten, die Frage erörtert wie es für Ihn sein könnte hier in der Fremde, am Ort wo seine Mutter gestorben ist, zu leben, seine Heimat in Baschkirien zu verlassen. Die Antwort ist vielschichtig und viel insgesamt positiv aus. Wir hoffen, dass er seine Heimat nicht vergessend hier ein neues Zuhause findet. Die Nähe ist für ihn nicht nur durch die vielen mitfühlenden Begegnungen da sondern ist es ist auch die Nähe zu dem Ort an dem seine Mutter starb. Wir, die Freunde unseres Kreises, gerade auch russisch sprechende, die Gastfamilie und die Lehrer der Schule Schloss Salem sind sehr zuversichtlich ihm entsprechend beistehen zu können und ihn gut auf seinen weiteren Lebensweg zu begleiten.
Die finanziellen Situation, eine Bitte:
Da eine Entschädigung für Dima zu erwarten ist, die Schule Schloss Salem ebenfalls großes Entgegenkommen zeigt und wir hier bereits vielen Spendern und Bürgern für Dima auch ganz herzlich, besonders nun auch im Namen von Dima, danken können, wollen wir die weitere Spendenbereitschaft auf das Schicksal weiterer Hinterbliebener lenken und auch auf die Jugendförderung wie wir sie in unserem Freundeskreis nun bereits in einigen Beispielen realisierten (siehe Jugendbegegnungen). Wir versichern, dass weiterhin jede Spende mit dem Verwendungszweck Dima zu 100% ihm zugute kommt, was auch für eine Absicherung eines über 2 Jahre hinausgehenden Aufenthaltes sehr hilfreich ist. Die organisatorischen Auslagen bislang konnten dankenswerter weise durch freie Spenden gedeckt werden.
Für das erst Jahr benötigte Gelder:
| Kostenaufstellung für D.Bagin als externer Schüler für das Schuljahr 2003/2004 |
€
monatlich |
€
jährlich |
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| Pensions- und Erziehungsgeld*1) | 885 | 10620 | |
| Nebenkosten*2) | 400 | 4800 | |
| Intensivunterricht Deutsch | 800 | 6600 | 33 Schulwochen (10 Stunden wöchentlich à 20 Euro) |
| Gesamtkosten bezogen auf das erste Schuljahr | 2085 | 22020 |
Auf die Aufnahmegebühr verzichtet die Schule aufgrund der besonderen Situation. Ebenso auf die Zahlung eines Nebenkosten und Sicherheitsvorschusses. Sie geht bis Ende des Schuljahres in den Vorschuss, dann kann Dimas finanzielle Sitation besser überblickt werden. Alle Bürgen, welche sich bisher meldeten werden dann auch über den konkreten Bedarf ihrer Bürgschaft informiert.
*1) Mit dem vereinbarten Pensions- und Erziehungsgeld sind die Kosten für Verpflegung und Unterbringung (einschließlich Waschen der Bettwäsche und Handtücher),Unterricht und Betreuung im Internat, die Teilnahme an den Diensten, Arbeitsgemeinschaften und Innungen, die Gesundheitsbetreuung und Pflege durch die Krankenschwester bei leichten Erkrankungen sowie die Versicherung der Schüler gegen Unfall, Feuer und Einbruchschäden abgegolten. Lehrbücher werden in gleichem Umfang wie an den Staatsschulen in Baden-Württemberg gestellt.
*2) Gesondert in Rechnung gestellt werden alle persönliche Auslagen der Schüler wie: Beschaffung der Schulkleidung, Waschen der persönlichen Wäsche und Kleidung, Arbeitsmittel für Unterricht, Werkunterricht und Innungen, Taschengeld, Telefongespräche, Reisekosten, ärztliche Behandlungen sowie die Auslagen der Schule für Einzelunterricht (Musikstunden, Förderunterricht, Ausbildung in besonderen Sportarten), für Ausflugs- und Freizeitsportfahrten, Theaterbesuche und dergleichen.)
Salem ist ein gemeinnütziges Unternehmen. Unter Einrechnung des staatlichen Zuschusses für einen Schüler (4000 Euro pro Jahr) entspricht der Zahlungssatz den tatsächlichen Kosten eines Schuljahres.
Die Kosten in privaten Internaten sind in Deutschland wesentlich günstiger als die von vom Jugendamt beschickten Erziehungseinrichtungen. Die Schule Schloss Salem wäre so gesehen für Dima in Deutschland nicht nur die Beste, sondern auch die günstigste Lösung, bezogen auf das erste Jahr in dem er intensiv Unterricht in Deutsch benötigt. Wenn die weitere Finanzierung dann schwierig wäre, könnte Dima in eine günstigere Schule wechseln und ab nächstes Jahr hätte er auch die gute Chance ein Stipendium der Schule Schloss Salem zu erhalten, sodass auch seine weitere Zukunft für uns lösbar erscheint.
Die Gastfamilie nimmt Dima zunächst ebenfalls auf eigene Kosten auf.
Wir hoffen, das sich eine Lösung für Dima findet, welche ihm Sicherheit bis zum Abschluss einer Berufsausbildung gibt.
wird erst nach dem Abschlußbericht der Bundesanstalt für Flugunfalluntersuchung BVU in Braunschweig konkreter angegangen. Dieser soll Ende Dezember 2003 nun endlich vorliegen. Sollte eine Fondlösung tatsächlich realisiert werden, könnte bis zum 2. Jahrestag eine Lösung vorliegen, ansonsten könnten sich die juristischen Auseinandersetzungen noch mehrere Jahre hinziehen. Abschlagszahlungen oder ähnliche erste Auszahlungen wie in Westeuropa üblich, haben die Hinterbliebenen aus Russland bis heute nicht erhalten. Ja selbst alle Flüge, am 4.7.02 und zum Jahrestag, haben Sie aus den Spenden von russischen Privatleuten und russischen Unternehmen sowie der baschkirischen Regierung selbst bezahlt, ebenso wie die Gedenkstätte an der Gräbern in Ufa, Kuraufenthalte in Kliniken und als Dank den deutschen Helfern für 125 Einsatzkräfte eine komplette Reise inklusiv Flug für 10 Tage im Januar 2003 nach Baschkirien. Das Land Baden Württemberg, der Landkreis Bodensee die Gemeinde Owingen und die Stadt Überlingen trugen die Kosten für jeweils den Aufenthalt hier, am 4.7.02 und für den Besuch zum Jahrestag, zusätzlich zu den durch das Unglück direkt entstandenen Aufwendungen auch der Hilfsorganisationen. Aus den Äußerungen der Skygide und deren Anwälte entnehmen wir, dass man im Falle von Dima mit einer maximalen Entschädigung in Höhe von ca. 70 000 Euro in die Verhandlungen geht. Der Anwalt Dimas hielte eine solche Summe für inakzeptabel. Der Freundeskreis und der Anwalt Dimas habe keinerlei Unterstützung für Dimas besondere Situation, sondern nur leere Absichtsäußerungen bislang erhalten bis wir und der Anwalt Dimas dieses unnütze hin und her jetzt abbrachen.
Mit dem Unfall ist er Waise geworden und hatte außer seiner alten Großmutter niemanden, der für ihn sorgt. Ich habe zwar einen Sohn, aber der ist schwach und sehbehindert und kann sich nicht um Dima kümmern.
Dmitrii hat seine Mutter verloren, den Menschen, der ihm am nächsten stand. Dimitrii fehlt es an Mutterwärme, Aufmerksamkeit und Fürsorge. Gesundheitliche Folgen: Dmitrii hat am 2. Juli 2002 meinen Zusammenbruch mit angesehen. Wir haben uns später im Fernsehen einen Bericht über die Katastrophe angesehen, und Dmitrii fing an laut zu weinen. Er hörte lange nicht auf, bis er ein Beruhigungsmedikament bekam. Mein Enkel erhielt einen Rehabilitationsaufenthalt in einem Sanatorium, wo er allein war. Ich musste vorher verschiedene Ämter aufsuchen und nahm Dima immer mit, weil ich ihn nicht alleine lassen wollte und konnte. Am Tag vor der Abfahrt musste ich zur Fürsorgerin vom Jugendamt. Auf dem Weg ging es Dima so schlecht, dass er sich mehrmals übergeben musste. Er brauchte dann noch ärztliche Hilfe und bekam an diesem Tag eine Infusion. Nach der Kur wurde Dima im staatlichen Krankenhaus für Psychiatrie behandelt. Jetzt ist mein Enkel leicht erregbar und reizbar, außerdem verschlossener als früher. Trotzdem will er nicht allein bleiben. Wenn er von der Schule zurück ist, muss ich immer zu Hause bei ihm bleiben. Finanzielle Folgen: Das Hauptproblem ist jetzt, die Schulausbildung von Dima sowie ein Studium und die Berufsausbildung weiterzuführen. Mit unseren kleinen Renten werden wir das auf keinen Fall finanzieren können.Hinweis:
Nadeschda Semjonowna Bagina, die Großmutter von Dmitrii, ist am 28. Januar 2003 verstorben. Zu Dmitriis Vormund wurde am 20. März 2003 Tatjana Erikowna Bagina, die Ehefrau von Michail Alexandrowitsch Bagin (Bruder des Absturzopfers Olga A. Bagina) bestellt. In deren Haushalt, einer Zwei-Zimmer-Wohnung, leben außerdem noch die beiden eigenen Kinder des Ehepaars Bagin. Einer der Söhne leistet zwar derzeit seinen Grundwehrdienst, kommt aber im Februar nächsten Jahres wieder nach Hause, um ein Studium aufzunehmen. Das Einkommen von Michail A. Bagin als Bauarbeiter ist gering. Frau Tatjana Bagina hat kein eigenes Einkommen. Aus diesen Gründen erwägt Tatjana E. Bagina, Dima in eine Kadettenschule zu geben, um für ihn zumindest eine ordentliche Ausbildung sicherzustellen. Für den eher häuslich orientierten Dima scheint jedoch derzeit eine militärische Laufbahn die denkbar schlechteste Berufswahl zu sein.
Kurzbiografie
der Mutter erhalten über die Fluggesellschaft im Juli 2002:
Olga
Alexandrowna Bagina,
Stewardess
Geboren am 03.02.1957 in der Stadt Ufa, Baschkirische ASSR.
Fachschulbildung, Absolventin der Industriefachschule Ufa, Jahrgang 1976, Beruf
–Technikerin. Sie arbeitete seit dem 10.11.1979 in der Fluggesellschaft
„Baschkirische Fluglinien“ als Stewardess. Flugbegleiterin 2. Klasse.
Gesamtflugzeit – 11546 Stunden. Sie hatte Flugerfahrungen auf internationalen
Fluglinien. Für gewissenhafte Erfüllung
ihrer Dienstpflichten wurde sie mehrmals ausgezeichnet. Familienstand – nicht
verheiratet. Sohn – Dmitri Bagin, geboren 1990. Ihre Mutter, Nadeshda
Semenowna Bagina, wohnt in der Stadt Ufa, Republik Baschkortostan. Sie ist
Rentnerin.“