Jugendbegegnungen

"Brücken unsere Chance" unter diesem Motto wollen wir Schülerbegegnungen mit dem Blick nach vorn in den Mittelpunkt des 10. Jahrestages des Flugzeugunglückes 2012 setzen.

Aktuelles siehe Newsletter

Hier gehts zum Filmprojekt "Aigul", einem Studentenbesuch im Februar 2011 der auch in Überlingen stattfand.

 

Es fanden die letzten Jahren jeweils ca. 1-2 Jugend-, Kulturbegegnungen pro Jahr statt (siehe hier in den Newslettern). Die untenstehende Liste stellt unsere Arbeit von 27.7.02 bis 9.8.05 dar:

Unser Freundeskreis bemüht sich im Besonderen um Jugendarbeit und interkulturelle Begegnungen. Begonnen hat dies mit einem Besuch von Jugendlichen Hinterbliebenen kurz nach dem Flugzeugunglück am Bodensee am 1.7.02. Der Gegenbesuch kam im Jan. 03 zustande. Wir bemühen uns auch im besonderen um das Schicksal jugendlicher Hinterbliebener, wie z.B. im Falle von Dima oder Katja.

Unabhängig von dem Flugzeugunglück entwickelte sich eine Gastschülerbesuch und eine Studentenbegegnung, beides soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Außerdem helfen wir bei der Vermittlung von Praktika (Diana) und Stipendien (Dima, Elvira und Kostja  und weiteren 5 für die BA Ravensburg. )

  • 20 Jugendliche und 3 Begleitpersonen aus Baschkortostan waren vom 7. bis 14. August 2004 am „international youth forum lake constance“ www.iyf2004.de . An diesem Jugendforum treffen sich über 200 Jugendliche aus aller Welt. 

     Vor zwei Jahren vom 27.7. bis 3.8  fand ebenfalls eine solche Tagung statt, mit dem Thema "Brücken unsere Chance". Damals waren kurzfristig organisiert 14 Jugendliche und 5 Begeleitpersonen, viele von Ihnen Hinterbliebene des Flugzeugunglückes vom 1.7.02 aus Baschkortostan angereist. Auch dieses Jahr sind einige Hinterbliebene in der Gruppe, aber auch ehemalige Gastschüler..

     Das iyf ist ein internationales Jugendforum, das vom 7. bis 14. August in der Waldorfschule Überlingen Rengoldshausen stattfindet. Es steht unter dem Thema: "DIE POLE DER EINHEIT - jeseits von Grenzen und Gegensätzen. Es wird durch Schüler aus deutschen Waldorfschulen und Gymnasien selbstständig organisiert. Das Projekt wird mit Unterstützung der europäischen Union finanziert. Ansprechpartner: Ben Mergelsberg +49 (0) 7551 830 160  bzw. +49-179-7617606 , Email contact@iyf2004.de.

    "Am ersten Tag deutete jeder auf sein Land.
    Am dritten oder vierten Tag zeigte jeder auf seinen Kontinent.
    Ab dem fünften Tag achteten wir auch nicht mehr auf die Kontinente.
    Wir sahen nur noch die Erde als den einen, ganzen Planeten."

    Sultan Ben Solman Al Saud, Astronaut

 

Chronik der Jugendbegegnungen:

 

Der Freundeskreis Brücke nach Ufa bemüht sich z.B. auch im Falle der 5 jährigen durch das Flugzeugunglück elternlos gewordenen Katja                              Kurzbiographie der Mutter

Katja ist 5 Jahre alt und lebt bei ihrer Großmutter in Ufa. Ihre Mutter, Tatjana Kuleschowa, war Stewardess und starb bei dem Flugzeugunglück letztes Jahr über dem Bodensee. Die 36-Jährige war die Ernährerin der Familie. Sie sorgte für ihre Eltern, den behinderten Bruder und Katja. Die Kuleschowas leben von 200 Euro im Monat in einer kleinen Wohnung, erzählt die 64-Jährige. Entschädigung oder Waisenrente haben sie bis heute nicht bekommen.

Olga Kuleschowa, Hinterbliebene: "Unser Enkel hat seine Mutter verloren. Das war ein furchtbarer Schock und hat sich derart auf die Psyche ausgewirkt, dass sie jetzt labil und depressiv ist. Sie braucht ständig Hilfe von Ärzten. Wir müssen sehen, wie wir allein klarkommen. Niemand hilft uns. Wir wissen nichts über das Flugzeugunglück und warum unsere Tochter starb. Ich gehe jetzt wieder arbeiten, um etwas dazu zu verdienen." (Quelle: ARD Monitorbeitrag 6/03)

Hier den  über den Rechtsanwalte von Katja erhaltenen Bericht der Großmutter:

Auswirkung der Tragödie auf die Enkelin Jekaterina

Bericht von Kuleschowa Ljubov Alexandrowna, Großmutter

Gesundheitliche Folgen

Katja hat das Schreckliche von Anfang an mitbekommen und begriffen, was passiert ist. Ich sehe diese Bilder vor mir, wie sie mit kreidebleichem Gesicht und verweinten Augen vor mir steht und nach ihrer Mama fragt.

Vom 2. August bis 30. August 02 konnten wir sie zur Behandlung in ein Kinderheim geben. Am 8. Oktober hatte sie einen Nervenzusammenbruch. Sie sehnt sich nach ihrer Mama und will bei ihr sein. Ich versuche ihr zu erklären, dass sie jetzt ohne ihre Mama leben muss, weil Mama auf dem Friedhof liegt, zu dem wir ständig fahren.

Seit Mitte Oktober geht Katja in den Kindergarten. Sie hat mich gebeten, sie sofort nach der Vesperpause abzuholen, damit sie nicht sieht, wie die anderen Kinder von ihren Müttern abgeholt werden.

Nachts schläft sie schlecht. Sie hat keinen Appetit, ist nervös und aggressiv. Alle diese Reaktionen kannte ich nicht an ihr. Wir haben sie weiter unter Beobachtung eines Neuropathologen und Psychologen stehen.

Es tut mir so weh, sie traurig zu sehen und zu sehen, wie das Kind unter dem Verlust seiner Mutter leidet.