Herbstprojekt „Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft: Aus der Geschichte lernen.“

 

Hintergrunde

Prishib, einem Dorf, etwa 90 Autominuten von Ufa entfernt. Ein deutsches
Dorf mitten in Baschkortostan. In den anderen deutschen Familien auf der
sogenannten „Sprachinsel Prishib / Alexejewka“ ist der schwäbische
Dialekt Muttersprache. Ab der ersten Klasse lernen die Kinder dann
Russisch und Hochdeutsch, denn das Schwäbische ist keine Schriftsprache.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts besaß das russische Zarenreich
riesige Gebiete unbewohnten Landes. Um der Finanznot des
Staatshaushaltes entgegenzuwirken erlaubte es Zarin Katharina II.
ausländischen Staatsbürgern, sich in diesem Gebieten anzusiedeln und
versuchte so, potentielle Steuerzahler anzulocken. Etwa 100.000
Menschen, vor allem aus Süd- und Südwestdeutschland, gründeten
daraufhin Kolonien auf dem Boden der heutigen Ukraine, ebenso wie in
Gebieten nahe der Wolga und der Schwarzmeerküste.Der große
Kinderreichtum dieser Einwanderer führte innerhalb von 150 Jahren zu
einer Versiebzehnfachung der deutschen Bevölkerung in Russland. So
entstanden neben den Mutterkolonien tausende Tocherterkolonien –
deutsche Siedlungen sogar bis nach Sibirien. Zu diesen neueren Kolonien
gehören auch die Dörfer in Baschkortostan. Neben Prishib und Alexejewka
wurden zwischen 1906 und 1910 neun weitere deutsche Dörfer in der
Nähe von Ufa gegründet.
Informationen über die Baschkiren am südlichen Ural datieren zurück auf
das 10. Jahrhundert. Um 1220 unterwarf Dschingis Khan die baschkirischen
Stämme, die dort lebenden Magyaren wurden dabei endgültig vernichtet.
Die Baschkiren blieben bis Mitte des 16. Jahrhunderts unter der Herrschaft
der Goldenen Horde. Nachdem Russland 1552 das Khanat Kasan
eingenommen hatte, wandten sich die baschkirischen Völker nach und
 
nach dem Nachbarreich im Westen zu, vor allem weil sie in
umherziehenden Nomadenvölkern, die von Osten her immer wieder über
das Land herfielen, eine große Bedrohung sahen, vor denen sie die
militärische Großmacht Russland schützen konnte. So schlossen sich in den
Jahren von 1554 bis 1557 alle baschkirischen Stämme nach und nach
Russland an. Russland gewährte den Baschkiren weitgehende Autonomie,
Religionsfreiheit und ein Besitzrecht auf Grundlage der Erbfolge. Die
Baschkiren stellten Russland in verschiedenen Kriegen ihre kämpferischen
Fähigkeiten zur Verfügung. Baschkortostan gehört zu den reichsten
Republiken Russlands, was vor allem an der gut entwickelten Infrastruktur
liegt. Das Gebiet verfügt über eigene Erdölvorkommen und
petrochemische Industrie. Nördlich der Hauptstadt Ufa befindet sich der
größte petrochemische Komplex Europas. Die Bevölkerung betrug bei der
Volkszählung 2010 4.072.292 Personen, darunter Russen (36,1%),
Baschkiren (29,5%) und Tataren 25,4%) als große Volksgruppen.
Amtssprachen sind Russisch und Baschkirisch

Hintergrunde:

Prishib, ein Dorf, etwa 90 Autominuten von Ufa entfernt. Ein deutsches Dorf mitten in Baschkortostan. In den anderen deutschen Familien auf der sogenannten „Sprachinsel Prishib / Alexejewka“ ist der schwäbische Dialekt Muttersprache. Ab der ersten Klasse lernen die Kinder dann Russisch und Hochdeutsch, denn das Schwäbische ist keine Schriftsprache. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts besaß das russische Zarenreich riesige Gebiete unbewohnten Landes.   Um der Finanznot des Staatshaushaltes entgegenzuwirken erlaubte es Zarin Katharina II. ausländischen Staatsbürgern, sich in diesen Gebieten anzusiedeln und versuchte so, die potentiellen Steuerzahler anzulocken. Etwa 100.000 Menschen, vor allem aus Süd- und Südwestdeutschland, gründeten daraufhin Kolonien auf dem Boden der heutigen Ukraine, ebenso wie in Gebieten nahe der Wolga und der Schwarzmeerküste. Der große Kinderreichtum dieser Einwanderer führte innerhalb von 150 Jahren zu einer Versiebzehnfachung der deutschen Bevölkerung in Russland. So entstanden neben den Mutterkolonien tausende Tocherterkolonien – deutsche Siedlungen sogar bis nach Sibirien. Zu diesen neueren Kolonien gehören auch die Dörfer in Baschkortostan. Neben Prishib und Alexejewka wurden zwischen 1906 und 1910 neun weitere deutsche Dörfer in der Nähe von Ufa gegründet.

Informationen über die Baschkiren am südlichen Ural datieren zurück auf das 10. Jahrhundert. Um 1220 unterwarf Dschingis Khan die baschkirischen Stämme, die dort lebenden Magyaren wurden dabei endgültig vernichtet. Die Baschkiren blieben bis Mitte des 16. Jahrhunderts unter der Herrschaft der Goldenen Horde. Nachdem Russland 1552 das Khanat Kasan eingenommen hatte, wandten sich die baschkirischen Völker nach und nach dem Nachbarreich im Westen zu, vor allem weil sie in umherziehenden Nomadenvölkern, die von Osten her immer wieder über das Land herfielen, eine große Bedrohung sahen, vor denen sie die militärische Großmacht Russland schützen konnte. So schlossen sich in den Jahren von 1554 bis 1557 alle baschkirischen Stämme nach und nach Russland an. Russland gewährte den Baschkiren weitgehende Autonomie, Religionsfreiheit und ein Besitzrecht auf Grundlage der Erbfolge. Die Baschkiren stellten Russland in verschiedenen Kriegen ihre kämpferischen Fähigkeiten zur Verfügung. Baschkortostan gehört zu den reichsten Republiken Russlands, was vor allem an der gut entwickelten Infrastruktur liegt. Das Gebiet verfügt über eigene Erdölvorkommen und petrochemische Industrie. Nördlich der Hauptstadt Ufa befindet sich der größte petrochemische Komplex Europas. Die Bevölkerung betrug bei der Volkszählung 2010 4.072.292 Personen, darunter Russen (36,1%), Baschkiren (29,5%) und Tataren 25,4%) als große Volksgruppen.

Amtssprachen sind Russisch und Baschkirisch.

 

© Freundeskreis "Brücke nach Ufa" e. V., 2019

 bruecke-nach-ufa.de (2002 – 2015)

Entwicklung und Design by WebCanape

Hohenfelsstr. 7/1
D-88662 Überlingen
info (ät) bruecke-nach-ufa.de